
Hinweis
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder pädagogische Beratung. Die Autor:innen sind keine medizinischen Fachkräfte oder Pädagogen. Bei Beschwerden wendet euch bitte an eine Ärztin oder einen Arzt oder eine Fachkraft.
Wie viel Salz braucht euer Körper wirklich und ab wann wird’s too much?
Mit dem Salz ist es so eine Sache. Einerseits ist Salz lebenswichtig. Das liegt vor allem daran: Kochsalz besteht aus Natrium und Chlorid. Diese beiden Stoffe sind für die Regulierung von eurem Wasserhaushalt und Blutdruck verantwortlich. Fehlt insbesondere Natrium, führt das zu Kreislaufproblemen. Andererseits ist zu viel Salz aber auch nicht so nice: Ein zu hoher Salzkonsum belastet langfristig Herz und Nieren und steigert das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die WHO empfiehlt etwa 5 g Salz pro Tag – das entspricht gerade einmal einem Teelöffel und wird meistens überschritten. Na, wie viele Löffel sind’s bei euch?

Spoiler alert: Nicht jedes Gericht braucht Salz
Mal ehrlich, ihr kennts: Beim Essen erfolgt der Griff zum Salzstreuer oft automatisch, obwohl das Gericht nicht zwingend mehr Salz bräuchte. Ob etwas für euch “salzig genug” schmeckt, liegt vor allem an früh erlernten Geschmackspräferenzen. Dazu kommt, dass verarbeitete Lebensmittel häufig hohe Mengen an Salz enthalten – um länger haltbar zu bleiben und als Geschmacksverstärker. Eure Geschmacksnerven sind dadurch automatisch an intensivere Aromen gewöhnt. Crazy, oder? Bei folgenden Lebensmitteln könntet ihr in die Falle tappen:
- Fertigsaucen & Instantgerichte
- Suppenwürfel/Gemüsebrühen
- Wurst & Käse
- Tiefkühlgerichte
- Snacks & Chips
Wie entsteht eigentlich Geschmack und was sind Aromen?
Achtung kurzer Bio-Exkurs: Auf eurer Zunge befinden sich kleine Sinneszellen – sogenannte Geschmacksknospen. Diese Sinneszellen erkennen die chemischen Stoffe, die sich bei der Nahrungsaufnahme im Speichel lösen und senden Signale an euer Gehirn. Dabei wird zwischen fünf Geschmacksrichtungen unterschieden: süß, sauer, salzig, bitter und umami. In der Evolutionsgeschichte ist der Geschmackssinn quasi die Sicherheitskontrolle eures Körpers. Wie am Flughafen diente er dazu, keine giftigen oder schädlichen Substanzen reinzulassen. Heutzutage stehen solche Hinweise ja zum Glück meistens auf der Verpackung. Kinder haben übrigens noch mehr Geschmacksknospen als Erwachsene, weshalb sie Lebensmittel daher oft viel intensiver wahrnehmen. Wenn euer Kleinkind also nächstes Mal den Gemüsebrei durch die Küche feuert, wisst ihr warum.
Geschmackssinn lässt sich aber schulen, indem ihr z.B. mehr frische Lebensmittel konsumiert, gründlicher kaut oder halt auf zu viel Salz verzichtet. Und by the way: “Scharf” ist keine richtige Geschmacksrichtung, sondern eine Schmerz- bzw. Hitzeempfindung.
Wo steckt mehr Salz drin?
Aromen können übrigens auch künstlich hergestellt werden. Das passiert zum Beispiel durch Extraktion. Da werden Aromastoffe mit Alkohol & Co. aus pflanzlichen Rohstoffen gezogen. Durch chemische Verfahren wie Synthese oder durch Reaktionen – also wenn man verschiedene Zutaten erhitzt. Ein gutes Beispiel dafür sind Raucharomen aus kondensiertem Holzrauch. Soweit klar? Aber was heißt das jetzt für euch?
How to: Geschmackstiefe erzeugen & richtig abschmecken
Euren Geschmackssinn und die eigene Aromawahrnehmung könnt ihr im Prinzip wie ein Baukastensystem betrachten. Umami, Süße, Schärfe, Säure und Röstaromen bilden zentrale Bausteine für ein ausgewogenes Geschmackserlebnis. Setzt ihr diese Bausteine richtig zusammen, erhaltet ihr richtig gut gewürzte Gerichte. Und genauso funktioniert es auch andersrum: Schmeckt euch ein Gericht zu fad, fehlt wahrscheinlich einer dieser Bausteine und nicht unbedingt Salz!
Außerdem gilt: Reihenfolge ist key. Eine aromatische Basis aus Zwiebel und Knoblauch ist oft schon die halbe Miete. Röstet ihr die Gewürze kurz an, bevor ihr sie mit weiteren Zutaten kombiniert, entfalten sie einen intensiveren Geschmack.
Die Zugabe frischer Kräuter oder saurer Komponenten wie Essig oder Zitrone am Ende der Zubereitung hebt die Aromen. Scharfe Komponenten wie Senf oder Chili sorgen für Komplexität und Süße gleicht bittere Noten aus. Die Kombination verschiedener Texturen erzeugt ein besonders spannendes Geschmackserlebnis. Also, probiert’s einfach mal selbst!
Reihenfolge
Schärfe & Süße
Umami
Texturen

BB-Resume: Die wichtigsten Facts im Überblick
- Salz ist wichtig für lebenserhaltende Körperfunktionen. Zu viel ist aber schädlich.
- Die empfohlene Tagesmenge Salz für Erwachsene beträgt 5 g (etwa ein TL)
- Hoher Salzkonsum hängt mit früh erlernten Geschmackspräferenzen zusammen und wird durch verarbeitete Lebensmittel „angewöhnt“. Im Umkehrschluss kann er also auch wieder abtrainert werden.
- Die menschliche Zunge unterscheidet zwischen fünf Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, bitter und umami.
- In Kombination mit dem Geruchssinn entsteht Aromawahrnehmung – diese ist verantwortlich für die eigentliche Geschmacksqualität.
- Geschmack ist wie ein Baukastensystem: Umami, Süße, Schärfe, Säure und Röstaromen bilden zentrale Bausteine für ein ausgewogenes Gericht.
- Die richtige Reihenfolge und Kombination von unterschiedlichen Texturen sorgt für geschmackliche Tiefe.
