Comfort Food

Schmeckt und tut gut
BB-Team
 • 
Experten für Ernährung
12. Februar 2026
 

Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder pädagogische Beratung. Die Autor:innen sind keine medizinischen Fachkräfte oder Pädagogen. Bei Beschwerden wendet euch bitte an eine Ärztin oder einen Arzt oder eine Fachkraft.

 
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Was ist überhaupt Comfort Food?

Der Begriff Comfort Food oder Soul Food – zu Deutsch: Wohlfühlgericht, beschreibt Speisen, die emotionalen Trost spenden und ein wohliges Gefühl im Körper erzeugen. Ihr kennt das sicher: Nach einem schlechten Tag oder einer anstrengenden Aufgabe wirkt ein gutes Essen oft wie Balsam für die Seele. Am besten funktioniert dieser Effekt mit dem persönlichen Lieblingsgericht oder besonders zucker- oder kalorienreichen Speisen und Snacks.  Doch der Grund, warum wir Comfort Food als so besonders wohltuend empfinden, liegt nicht zwingend in der Anzahl der Kalorien, sondern hat mit ganz anderen Faktoren zu tun. Wir klären euch auf.

 
 
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Essen als Emotional Support – wie funktioniert das?

Die Wirkung von Comfort Food beruht auf verschiedenen psychischen und physischen Mechanismen. Einer davon liegt in euren persönlichen Assoziationen und Kindheitserinnerungen. Denn Comfort Foods sind häufig Speisen, die ihr mit positiven Kindheitserinnerungen, Geborgenheit und Sicherheit verknüpft. Das kann die Hühnersuppe von Mama sein, die es bei jeder Erkältung gab, oder der Schokoladenpudding bei Oma. Diese Prägung beginnt früh und festigt sich durch wiederholte Rituale wie Geburtstagsessen oder Feiertagsgerichte. Das führt dazu, dass ihr jedes Mal eine Art emotionale Zeitreise durchlebt, sobald ihr diese Gerichte wieder esst.
Zudem wird mit Comfort Foods euer Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Denn die meisten Wohlfühlgerichte enthalten viel Fett, Zucker oder Salz – alles Lebensmittel, die Dopamin und Endorphine ausschütten und eurem Körper so ein Gefühl von Glück und Entspannung vermitteln.
Bei Stress, Angst oder Traurigkeit schüttet euer Körper Stresshormone (Cortisol) aus. Diese werden durch die fett- und zuckerhaltigen Speisen gedämpft. Euer Körper kann also mit der Aufnahme von Comfort Foods negative Emotionen regulieren. Im Fachjargon nennt man das “emotional eating”.

 
Bissen raten

Welches Lebensmittel kurbelt die Serotoninproduktion an?

Wirklich spannend.
Kakaonibs
Kartoffelchips
Kakao-Nibs liefern Theobromin und Flavonoide, die Stimmung und Gehirnfunktion sanft fördern können. Kartoffelchips sorgen zwar kurz für Dopamin-Kicks, doch der Effekt verpufft schnell und ist wenig nachhaltig.
noch einmal
Kakao-Nibs liefern Theobromin und Flavonoide, die Stimmung und Gehirnfunktion sanft fördern können. Kartoffelchips sorgen zwar kurz für Dopamin-Kicks, doch der Effekt verpufft schnell und ist wenig nachhaltig.
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Das tückische am „emotional eating” ist, dass der Verzehr von Nahrung nicht durch Hunger ausgelöst wird, sondern durch – meist negative – Emotionen. Es gibt aber auch positive Auslöser: Viele Menschen belohnen sich nach einem Erfolg gerne mit etwas Leckerem. Das kann aber auch zu einem echten Problem werden, denn häufig entsteht daraus ein erlernter Kreislauf. Comfort Foods sind echte Wohlfühlgerichte und das soll so bleiben! Statt komplett zu verzichten, könnt ihr eure Lieblingsspeisen mit ein paar einfachen Anpassungen noch besser machen: So genießt ihr weiterhin den vollen Geschmack und tut gleichzeitig eurem Körper etwas Gutes.
 
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Gesunde Alternativen, die langfristig happy machen

Comfort Food wirkt vor allem durch Wärme, Textur, Geschmack, Geruch und Nostalgie. Butter, Zucker & Co. sind also nicht zwingend verantwortlich für den Wohlfühleffekt und eben auch nicht gerade gesund. Damit der Effekt des Comfort Foods aber der gleiche bleibt, solltet ihr die sensorischen und emotionalen Komponenten eurer Lieblingsspeisen beibehalten, während ihr ungesunde Zutaten easy durch gesündere Alternativen ersetzen könnt. So machen eure Lieblingsgerichte euch nicht nur glücklich, sondern halten euch auch gesund und fit. Der emotional stärkste Faktor bei einem Wohlfühlgericht ist das Ritual an sich. Nehmt euch also immer genug Zeit und Ruhe beim Essen, um den Genuss und das Belohnungsgefühl zu maximieren – und besser zu merken, wann ihr satt seid. Durch Gewürze und Aromen, die nostalgische Assoziationen in euch wecken, wird auch eine gesünder getrimmte Variante zum Soulfood.


Unser Tipp: Integriert möglichst viele “Mood Foods” in eure Speisen. Das sind Lebensmittel mit hohem Tryptophan-Anteil, die eure Stimmung also wissenschaftlich belegt aufhellen und zugleich gut für euren Körper sind. Das bekannteste Beispiel hierfür ist Kakao! Ansonsten könnt ihr euch an folgenden Faustregeln orientieren:

 

Zucker ersetzen

z.B. durch natürliche Süßungsmittel wie Datteln oder Bananen

Gesunde Fette

z.B. püriertes Gemüse für mehr Cremigkeit

Air-Fryer statt Fritteuse

Gleiche Knusprigkeit zu besseren Konditionen

Ballaststoffe einbauen

Vollkornprodukte & Hülsenfrüchte halten länger satt & zufrieden
 
 

BB-Resume: Die wichtigsten Facts im Überblick

  • Comfort Foods sind Speisen, die emotionalen Trost spenden und ein wohliges Gefühl erzeugen.
  • Sie entstehen häufig durch Kindheitserinnerungen und werden deshalb mit Geborgenheit verknüpft.
  • Mit Comfort Food wird das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert.
  • Die meisten Comfort Foods enthalten viel Fett, Zucker oder Salz und schütten so Endorphine aus.
  • Emotional Eating kann zu einer Essstörung führen.
  • Comfort Food muss nicht ungesund sein – wichtiger ist das Ritual und der Geruch.
  • Mood Foods heben die Stimmung.
 
 

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